Albertus Pictor, Biografie

Albertus Pictor, Albertus Ymmenhusen, Albrekt Målare oder Albrekt Pärlstickare (um 1440-1509), gebürtig aus einer kleinen Stadt namens Immenhausen in Mitteldeutschland, ist in schwedischen historischen Quellen seit 1465 belegt. In diesem Jahr wurde er als Bürger von Arboga aufgenommen. Acht Jahre später hat der Meister seinen Wohnsitz nach Stockholm verlegt, wo er, den Sitten der Zeit gemäss, die Werkstatt und die Witwe eines verstorbenen Malers übernahm. Während der folgenden Jahrzehnte wird er in den offiziellen Dokumenten der Stadt wechselweise als Maler und Perlensticker bezeichnet. Albertus Pictor und seine Werkstatt ist für die künstlerisch hervorragenden Kalkmalereien in mehr als dreissig Kirchen, vor allem in den Mälarseelandschaften, verantwortlich, und er ist damit der qualitativ und quantitativ grösste Kirchenmaler des mittelalterlichen Schweden. Von diesen Kirchen weisen ungefähr ein Drittel eigenhändige Signaturen des Malers auf, sei es in direkter oder sogar indirekter Überlieferung. Dagegen hat die Forschung keine der aufbewahrten Stickarbeiten der Zeit, die regelmässig unsigniert blieben, unserem Meister mit Sicherheit zuschreiben können. Darüber hinaus hatte sich Albertus Pictor offenbar in der Musik ausgebildet, denn als ungefähr Siebziger spielte er Orgel während einer Seelenmesse, die die Fronleichnamszunft in ihrem Chor der Nicolaikirche (jetzt Storkyrkan) abhielt. Wir müssen also annehmen, dass er in seiner Jugend nicht nur das grundlegende Wissen in den Lese-, Schreib- und Rechenkünsten sondern auch ein bisschen Lateinkenntnisse erwarb, was ein grosser Vorteil gewesen sein muss, wenn es darum ging, die Kirchmalereien mit erklärenden Texten aus irgendwelchen Quellen oder aus eigenem Kopf zu versehen.